Lockerungen gehen weiter

Der Bundesrat hat am Mittwoch an einer Pressekonferenz weitere Lockerungen in Bezug auf die Corona-Massnahmen kommuniziert. Diese Lockerungen betreffen direkt auch den Sport und auch Mannschaftssportarten wie American Football. So werden per 6. Juni 2020 Mannschaftstrainings wieder erlaubt sein, unabhängig von den Grössen der Trainingsgruppen jedoch unter Einhaltung von bspw. einer lückenlosen Präsenzkontrolle und weiterhin «geschlossenen» Trainingsgruppen.

American Football gehört zu den Sportarten mit „ständigem, engem Körperkontakt“

Sportveranstaltungen sollen wieder erlaubt werden, jedoch gilt voraussichtlich bis zum 6. Juli ein Verbot für Wettkämpfe in Sportarten mit «ständigem, engem Körperkontakt». Die Definition dieser Sportarten war an der Pressekonferenz nicht eindeutig, das Schweizer Fernsehen nannte im Nachgang Beispiele wie Schwingen, Judo, Boxen oder Paartanz. Klarheit brachte aber die Veröffentlichung des Bundesrates (Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19 (COVID-19-Verordnung 2) (Transitionsschritt 3: Weitere Lockerungen):

3 Für Sportaktivitäten, deren Durchführung einen dauernden engen Körperkontakt bedingt, namentlich Tanzsportarten, Schwingen, Ringen, American Football und Rugby, gilt Folgendes:

Trainings sind nur in beständigen Teams und unter Führung einer Liste der Kontaktdaten zulässig; Artikel 6e Absatz 1 Buchstaben b und c sind anwendbar.
Die Durchführung von Wettkämpfen ist verboten.

Somit ist klar, dass sicher bis zum 6. Juli keinerlei Wettkämpfe in American Football stattfinden dürfen.

Für Sportveranstaltungen werden strenge Auflagen gelten

Ab dem 6. Juni gilt neu eine 300-Personen-Regel für Veranstaltungen, der Bundesrat stellte sogar in Aussicht, dass diese Limite per 24. Juni auf bis zu 1000 Personen erhöht werden könnte. Klar wurde aber auch, dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis Ende August untersagt bleiben werden. Damit Veranstaltungen mit 300 Personen durchgeführt werden könnten, müssten unter anderem die Abstandsregeln eingehalten werden können (die 2 Meter bleiben bestehen) oder aber Kontaktlisten geführt werden.

Was bedeutet dies nun für die American Football Teams in der Schweiz?

SAFV-Präsident Claudio Spescha zeigte sich am Mittwoch erfreut über die weiteren Lockerungen. Die Verbandsspitze hat geplant, am selben Abend über die weiteren Schritte zu beraten. Eine offizielle Kommunikation gegenüber Pressevertretern erfolgte am Freitagabend. Zuvor trafen sich Verbandsvertreter noch mit Swiss Olympic. Damit folgt der Verband dem Anfang Mai kommunizierten Fahrplan.

 

Herbst-Cup denkbar

Die Vereine und der Verband haben bereits früher den verbindlichen Entscheid gefällt, dass in diesem Jahr die Meisterschaften in den verschiedenen Ligen ausfallen werden – mit Ausnahme der U16-Saison, weil diese erst im Herbst stattfindet. Da nun bereits im Juni wieder ein vollständiges Mannschaftstraining möglich sein wird, kann erwartet werden, dass die «interessierten Teams» parallel zur U16-Meisterschaft auch einen Ersatzwettbewerb in einer angepassten Form spielen wollen – dies, wie vor ein paar Wochen vermeldet. Die Zeit ist mehr als ausreichend um die Mannschaften wieder auf Kontaktsport zu trimmen.

SAFV-Präsident Spescha meinte am Freitagabend dazu noch:

Voraussichtlich wird es im Herbst alle möglichen Arten von Spielbetrieb geben. Eine Art Meisterschaft, einzelne Freundschaftsspiele und Turniere.
Im Flag Football könnte es sogar auch noch eine normale verkürzte Meisterschaft mit offiziellem Meister geben.

Ursprünglich war die Rede war von einem Wettbewerb bestehend aus einer Anzahl Teams aus der NLA und der NLB, welche die Zeit im Herbst nutzen möchten, um ihren lokalen Spielern entsprechende Spielpraxis zu ermöglichen. Es scheint offensichtlich, dass in einem solchen Wettbewerb auf den Einsatz von Imports aus den USA oder Söldnern aus Europa verzichtet werden kann. Die ersten Spiele werden jedoch nicht vor Mitte August erfolgen, so Spescha in einem Artikel im italienischsprachigen Blog swissfootballtelex.  

Viele Teams bereits im Trainingsmodus

Die Teams, welche bereits nach dem letzten Lockerungsschritt das Training wieder aufgenommen haben, vermelden sehr positive Signale was Fitness und Trainingspräsenz der Athleten betrifft. Beispielsweise haben die Warriors das komplette Kader von über 40 Personen im Training, aufgeteilt auf mehrere Abende der Woche und in kleinen Gruppen. Mit den kommunizierten Lockerungen werden die Winterthurer möglicherweise schon bald wieder ganz normal trainieren.

 

Auch die Zurich Renegades haben das Training wieder aufgenommen. Gleiches gilt für die Bern Grizzlies und die Titelverteidiger aus Chur, die Calanda Broncos. Die Gladiators gönnen sich noch eine Auszeit bis zum 6. Juni, dann wird man das Training wieder aufnehmen. Coach Haas scheint sich bereits jetzt schon sehr zu freuen.


 

 

Und auch die vermeintlich „kleinen“ Clubs holen die Spieler aus dem Lockdown zurück. Nebst den Glarus Orks sind auch die Dragons aus Emmen wieder auf den Plätzen.