Premiere für die Winterthurerinnen

Endlich! Endlich können die Frauen der Winterthur Warriors einen ersten Ernstkampf absolvieren. Nach Monaten der Vorbereitung und vielen Trainings, Theorielektionen sowie dem Erlernen von Spielzügen und Spielregeln können die Warriors Ladies gegen die Ladies der St. Gallen Bears zeigen, was sie von Head Coach Patrick Feller und seinem Coaching Staff gelernt haben. Das Team hat in den letzten Monaten nebst Trainings in Winterthur auch ein Camp zusammen mit anderen Teams aus der Schweiz absolviert. An diesem Camp haben über 40 Frauen teilgenommen.

Ausbruch aus der Nische?

Die Frauen der beiden Teams freuen sich auf das Spiel am Sonntag. American Football ist in der Schweiz eine Randsportart. Frauenfootball nimmt eine noch kleinere Nische ein. Lediglich drei Tackle-Teams existieren bislang. Daneben gibt es jedoch auch reine Frauen Flag Football Teams. Diese unterscheiden sich grundlegend, weil im Flag Football rein kontaktlos gespielt wird. In den umliegenden Ländern ist dies jedoch anders. In Deutschland existieren gegen 40 Teams in insgesamt vier unterschiedlichen Stärkeklassen. Ein weiteres Dutzend soll sich im Aufbau befinden. Deutschland ist verständlicherweise von der Bevölkerungszahl nicht vergleichbar mit der Schweiz. Hierzu kann man aber die Situation in Österreich betrachten. Dort spielen sechs Teams um die Meisterschaft. Dies bereits seit 1997. Österreich verfügt auch über eine Nationalmannschaft bei den Frauen. Es herrscht also durchaus Aufholpotenzial für die hiesigen Clubs.

Aufwand lohnt sich

Aufwand? Natürlich kostet der Aufbau einer Frauenabteilung Ressourcen und stellt die Sportchefs manchmal auch vor logistische Herausforderungen bei der Suche nach zusätzlichen Garderoben. Aber der Mehrwert, den eine weitere Abteilung innerhalb eines Vereines bietet, soll nicht unterschätzt werden. Die Zielgruppe für Werbemassnahmen erweitert sich auf einen Schlag. Die Organisation profitiert von neuen Inputs, die Mitgliederzahl steigt und damit auch die potenziellen Kontakte zu Sponsoren, Gönnern und Zuschauern für alle anderen Einheiten. Das mediale Interesse ist ebenfalls da, dies zeigt beispielsweise der heute erschienene Artikel in der Winterthurer Zeitung. Allen voran sollte man sich in den Städten Bern, Basel oder auch Genf Gedanken machen ob man nicht von den Erfahrungen aus Chur, St. Gallen und nun auch Winterthur profitieren könnte.