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Helvetic Mercenaries: Zwischen Bekenntnis zur ELF und einer Reihe offener Fragen

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Mercenaries Saisonplanung: Zwischen Bekenntnis zur ELF und einer Reihe offener Fragen

Die Helvetic Mercenaries haben heute Fans und Medien zu einem Zoom-Call eingeladen. Die Franchise-Eigentümer Sandro und Sonja Moor stellten sich den Fragen der Community. Vieles wirkt nach dem turbulenten Sommer und dem eigenen Eingeständnis eines «nicht schönen Sommers» wie ein Versuch der Stabilisierung. Gleichzeitig bleiben zentrale Punkte offen. Klar ist: Der Schweizer Football steht an einem Wendepunkt, und niemand kann mit Sicherheit sagen, wie die europäische Football-Landschaft in wenigen Monaten aussehen wird. Mit der vor wenigen Tagen kommunizierten Gründung der Alpine Rams steht eine zweite Franchise bereit, um in der ELF oder einer anderen europäischen Liga anzutreten.

Bekenntnis zur ELF, aber mit Sicherheitsnetz

Offiziell bekennen sich die Helvetic Mercenaries klar zur European League of Football. Die bestehenden Verträge sollen eingehalten werden, und man geht davon aus, auch 2026 wieder Teil der Liga zu sein. Sandro Moor räumt ein, dass die Mercenaries in der Vergangenheit wahrscheinlich nicht alle Vertragspunkte eingehalten hätten. Dies habe aber vor allem die Liga selbst betroffen. Gleichzeitig rechnen die Mercenaries damit, dass sich das Teilnehmerfeld verkleinern könnte, falls einzelne Teams abspringen.

Auffällig ist die parallele Vorbereitung von Plan B und Plan C. Es wird deutlich kommuniziert, dass alternative Ligen geprüft werden «und schon seit Monaten entsprechende Kontakte bestehen». Der ELF wurde zudem ein Ultimatum für eine öffentliche Stellungnahme gesetzt. Details dazu wollte das Management nicht nennen. Man bleibt also an Bord, aber mit einem Rettungsboot in Reichweite.

Neuer Sportdirektor, Suche nach Headcoach und ein (erneut) später Start

Morgen Dienstag will das Franchise einen neuen Sportdirektor vorstellen. Gemäss Informationen handelt es sich um eine in der Schweizer Football-Szene bestens bekannte und gut vernetzte Person. Auch auf der Cheftrainer-Position zeichnet sich eine Entscheidung ab: Drei internationale Kandidaten stehen aktuell für die Headcoach-Rolle zur Auswahl.

Aber: Die sportliche Planung beginnt damit erneut später als bei anderen Teams. Ein Muster, das man bereits aus den vergangenen Saisons kennt. Immerhin liegen schon über 20 Spielerbewerbungen vor, darunter auch Schweizer Talente. Angesichts des knappen Kaders in der Vorsaison müssen die Mercenaries alles daran setzen, für 2026 ausreichend viele Spieler für sich zu gewinnen. Tryouts werden folgen, sobald der Sportdirektor seine Arbeit aufgenommen hat. Dieses Unterfangen wird mit den bereits angekündigten Tryouts der konkurrierenden Franchise nicht einfacher.

Spielerbasis bleibt die grösste Herausforderung

Die Mercenaries betonen, dass Schweizer Spieler verpflichtet werden sollen, und zwar die besten verfügbaren. Dass bei der Liga eine «Homeground-Erweiterung» beantragt wurde, zeigt gleichzeitig das strukturelle Problem: Die lokale Spielerbasis ist klein, die Konkurrenz gross: Wer in der Schweiz ein ELF-Franchise betreibt, kämpft gegen die Realität des Marktes. Ob die ELF der Forderung der Mercenaries nachkommen wird, bleibt offen. Den Alpine Rams wird das nicht viel anders ergehen.

Auf die Community-Frage nach dem Trainingsort antwortete Sandro Moor eher vage: Der Trainingsort hängt stark davon ab, woher die Mehrheit der Spieler kommt. Genannt wurde ein Gebiet zwischen Wil, Zürich und der Zentralschweiz. Ein fester Standort ist offensichtlich noch nicht definiert.

Sponsoring und Finanzen: Verzögerungen, aber keine Panik

Die unruhige Situation in der ELF verzögert naturgemäss die Sponsorenplanung. Dennoch hoffen die Mercenaries, einen Grossteil der bestehenden Partner halten zu können. Mit Linn Karstadt wurde eine erfahrene Managerin für das Fundraising geholt. Sie will und muss frischen Wind bringen. Neben klassischem Sportsponsoring gehören auch das Travel Management und der Gewinn von Grosssponsoren zu ihren Aufgaben. Über eine erste Partnerschaft im Bereich Mental Health konnte vor wenigen Tagen informiert werden.

Community, Volunteers und Fan-Erlebnis

Im Gegensatz zu manch organisatorischer Baustelle scheint die Community-Arbeit stabil. Der Helvetic Mercenaries Supporter Club bleibt ein zentraler Pfeiler und prüft sogar organisierte Auswärtsreisen. Die Volunteer-Situation war gegen Ende der vergangenen Saison schwierig, man wolle die Attraktivität der Freiwilligenarbeit erhöhen. Dabei sollen auch Partnerangebote speziell für Volunteers gewonnen werden. Auch für die Mitglieder des Medical Staff sucht man nach Lösungen für eine Entlöhnung, eine Lösung sei aber noch nicht gefunden.

Ein Detail, das zeigt, dass man den Blick auf die Fan Experience richten will, war die Aussage, dass man das Maskottchen «Barry» für Social Media fit machen wolle. Die Frage bleibt, ob man dadurch die verunsicherten Fans trotzdem bei der Stange halten kann.

Infrastruktur und Organisation: Stadionfrage steht an

Das Stadion Wil bleibt Plan A für Sandro Moor. Er betont, dass alle Rechnungen bezahlt seien, womit wohl auch entsprechende Gerüchte im Keim erstickt werden sollen. Die finale Entscheidung des Betreibers steht noch aus. Zwei Backup-Optionen existieren, wurden aber nicht im Detail genannt.

Auffällig und wichtig ist der organisatorische Umbau: Die Rolle des General Managers wird nicht neu besetzt. Die Owner übernehmen selbst die Verantwortung für die Geschäftsführung, während der neue Sportdirektor für den gesamten sportlichen Bereich verantwortlich ist. Ein pragmatischer Schritt. Oder auch ein Zeichen dafür, dass personelle Ressourcen weiterhin knapp sind.

Fazit: Viel Wille, viele Fragezeichen

Die Mercenaries senden das Signal: Wir machen weiter. Aber es bleibt klar, dass die Schweizer American-Football-Landschaft vor einer anspruchsvollen Saison steht. Statt einer einzelnen ELF-Franchise werden zwei Organisationen um Talente, Staff, Volunteers und die Gunst der American-Football-Fans buhlen.

Die Mercenaries wirken im Moment eher im Modus der Schadensbegrenzung, während die Alpine Rams im Modus des Neuaufbaus auftreten. Mehr zu den Rams im Bericht von morgen.

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