…so war das nicht abgemacht

Als man den Saisonstart auf den 23. März gelegt hat, Calanda gegen Winterthur in Chur, gab es Befürchtungen, ob das Wetter im März wirklich mitmachen würde. War problemlos, eher ein Fall für Sonnenbrand.

Und jetzt, im Mai? Die Eisheiligen sind noch nicht durch, und auch im Mai kann es kalt sein. Trotzdem, Schneefall? Ja, und wie. Da heisst es fast überall: Platz gesperrt. Die Sportämter in der ganzen Schweiz dürften ihre Platzwarte verständlicherweise überall ähnlich instruiert haben. Und diese können möglicherweise gar nicht anders als Spielverbote zu verhängen um langwierige und teure Schäden zu verhindern.

Wintereinbruch im Kanton Bern

Aufgrund der Schneefälle im Mittelland traf es gleich mehrere Partien im Kanton Bern. So wurde das Spitzenspiel zwischen den Grizzlies und den Broncos ein Opfer von Frau Holle.

Weil das Stadion nicht freigegeben wurde, hatte man kaum eine andere Wahl, als das NLA-Spiel abzusagen. Auch wenn die Diskussionen in den Social Medias eher kontrovers ausfielen, denn die U19 durfte spielen. Aber nicht im Stadion. Dass die Grizzlies das U19 Spiel gegen die Geneva Seahawks auf dem Ersatzplatz Grosse Allmend durchführen konnten, war toll, denn die Gäste aus dem Westen waren schon in Bern angekommen. In Thun sahen die Platzverhältnisse ähnlich aus: Aber mangels Ausweichplatz wurde sowohl das NLB-Duell Tigers vs Pirates als auch das U19 Spiel Tigers gegen Gladiators abgesagt.

Spielabsagen? Im 2019? Ja, das kann es geben.

Es gilt zu anerkennen, dass sich die Nationalliga A auch hinsichtlich Vermarktung weiter entwickelt hat und die Nationalliga B ist auf bestem Weg in die selbe Richtung. Die Einnahmen aus Heimspielen wie Catering, Stadion-Werbung und Sponsoring an den Spielen haben einen festen Platz in den Budgets der Clubs eingenommen. So erscheint vernünftig, dass im Falle von Bern das NLA-Spiel nicht auch auf die Allmend verschoben wurde. Denn aus kommerzieller Sicht wäre eine Durchführung eines NLA-Spitzenspiels auf der Allmend sehr schwierig geworden. Und ob der Platz überhaupt für zwei Spiele freigegeben worden wäre, ist nicht bekannt.

Für die betroffenen Vereine Calanda Broncos oder die Basel Gladiators, die kurz nach der Abfahrt in Pratteln von der Absage überrascht wurden, oder auch die Argovia Pirates, welche nicht nach Thun reisen mussten, war das nun ebenso Pech wie für Thun und Bern als Veranstalter. Die Kosten für die gebuchten Reisecars dürften an Calanda, Basel und Argovia hängen bleiben. Gleichzeitig werden auch die Stadtberner und Thuner Verluste für getätigte Investitionen einfahren. Ob dies sehr viel anders wäre, wenn die Absage schon am Vorabend gekommen wäre, darüber lässt sich nur spekulieren. Aber sicherlich wollten die Sportplatzchefs, welche schlussendlich die Entscheidung über die Platzfreigabe fällen müssen, die Nacht abwarten. Hätte ja sein können, dass Frau Holle doch bereits schon Ferien am Meer macht…

Jedenfalls müssen sich alle betroffenen Teams auf ein Bye-Week weniger einstellen. Gerade für die Calanda Broncos dürfte dies unangenehm sein, denn aufgrund ihres internationalen Programms verfügen sie bereits jetzt schon über eine volle Agenda.

Aber es wurde ja auch noch ein wenig Football gespielt… hier weiterlesen!