Die Zurich Renegades und die Bülach Ravens haben heute Donnerstag eine strategische Partnerschaft im Senior Tackle Bereich bekanntgegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist laut Medienmitteilung die Förderung des leistungsorientierten American Footballs, der Austausch von Know how sowie die Nutzung gemeinsamer Synergien.
Beide Organisationen betonen dabei ausdrücklich, dass sie sportlich, organisatorisch und finanziell eigenständig bleiben. Die Partnerschaft konzentriert sich ausschliesslich auf die Senior Tackle Programme der beiden Vereine.
Kein neues Konzept in der Region Zürich
Die Zusammenarbeit erinnert an die bereits etablierte Partnerschaft zwischen den Winterthur Warriors und den Zurich State Spartans. Auch dort wurde in den vergangenen Jahren versucht, Ressourcen zu bündeln und Synergien zu nutzen, ohne die Eigenständigkeit der beteiligten Vereine aufzugeben.
Vor diesem Hintergrund überrascht der Schritt der Renegades und Ravens nicht. Vielmehr könnte er als Reaktion auf eine Entwicklung verstanden werden, die seit Jahren diskutiert wird.
Ein Schritt zurück oder ein Schritt nach vorne?
Als die Bülach Ravens ihren Eintritt in die Schweizer Football Landschaft bekanntgaben, wurden innerhalb der Community auch kritische Stimmen laut. Die zentrale Frage lautete damals, ob der Grossraum Zürich tatsächlich genügend Spieler, Coaches, Schiedsrichter und Volunteers für ein weiteres Senior Tackle Programm aufbringen kann.
Diese Diskussion hat seitdem nichts an Aktualität verloren. Die Herausforderungen sind bekannt: Viele Vereine kämpfen mit der Rekrutierung neuer Spieler, die Zahl der aktiven Schiedsrichter bleibt knapp und qualifizierte Coaches sind in der gesamten Schweiz ein rares Gut.
Vor diesem Hintergrund wirkt die nun angekündigte Partnerschaft weniger wie eine Expansion, sondern eher wie ein pragmatischer Schritt hin zu mehr Zusammenarbeit. Statt Ressourcen weiter aufzuteilen, sollen bestehende Strukturen gestärkt und Know how geteilt werden.
Reicht der Raum Zürich für vier Senior Teams?
Die Region Zürich verfügt heute mit den Zurich Renegades, den Zurich State Spartans, den Winterthur Warriors und den Bülach Ravens über vier Senior Tackle Organisationen in relativ kurzer geografischer Distanz.
Ob langfristig genügend Potenzial vorhanden ist, um vier leistungsorientierte Programme nachhaltig zu betreiben, bleibt eine offene Frage. Die Antwort darauf wird nicht allein von der Anzahl Teams abhängen, sondern vor allem davon, ob es gelingt, neue Spieler, Coaches, Offizielle und Helfer für den Sport zu gewinnen.
Die nun angekündigte Partnerschaft zwischen den Renegades und Ravens könnte deshalb auch als Signal verstanden werden, dass Kooperationen künftig endlich wichtiger werden als Konkurrenzdenken.
Denn am Ende profitieren alle Vereine von starken Strukturen und einem gesunden Football Ökosystem in der grössten Schweizer Metropolregion.
Quelle: Medienmitteilung der Zurich Renegades und Bülach Ravens vom 4. Juni 2026.






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