Renegades holen sich den NLA-Spot zurück

Die Renegades mussten am 3. Juli 2016 die wohl schlimmste Niederlage in der Clubgeschichte verdauen. Mit 37:7 verloren die Stadtzürcher damals gegen die Seahawks. Diese Niederlage bedeutete den Abstieg aus der NLA in die NLB. Mehr „schlecht als recht“ schlugen sie sich dann im 1. Jahr in dieser ungewohnten NLB, verloren unter anderem zweimal gegen die späteren Aufsteiger Luzern Lions. Diese Luzerner setzten sich in der Saison 2017 erfolgreich gegen die Lausanne Owls durch.

2018 war für die Renegades deutlich besser – bloss blieben sie im Relegationsspiel gegen die Luzern Lions erfolglos und mussten noch eine weitere Saison im B planen. Dies taten sie offensichtlich sehr gut, denn die Saison 2019 gilt als Perfect Season für die Renegades. Alle Spiele konnten sie in der NLB gewinnen und mit dem 38:27 Sieg gestern über die Luzern Lions schaffen sie die Rückkehr in die oberste Spielklasse.

Die Renegades scheinen die Zeit in der NLB für den Wiederaufbau gut genutzt zu haben. Trotzdem werden sich die Zürcher bewusst sein, dass die NLA 2020 nicht mehr mit der NLA 2016 und schon gar nicht mit den Jahren davor vergleichbar sein wird.

Bittere Pille für Luzern

Für Luzern bedeutet der Abstieg eine harte Prüfung für die Organisation, die sich eigentlich erst gerade neu aufgestellt hat. Im letzten Herbst schalteten sie Stelleninserate in welchen sie nach einem neuen Verantwortlichen für den sportlichen Bereich gesucht hatten. Diverse Trainerdiplome sollte der Kandidat mitbringen, die deutsche Sprache sprechen und möglichst dann auch in der Gegend wohnen. Mit Sebastian Fandert hatten sie genau diesen Kandidaten gefunden. Der deutsche Trainer, der früher bereits einmal in der Schweiz unter Vertrag war, übernahm diese Verantwortung. Neben der ersten Mannschaft führen die Lions auch eine zweite Mannschaft sowie ein U16 und ein U19 Team. Längerfristig will man auch Kinder ansprechen und schon früh an die Sportart heranführen.

Nun aber stehen die Lions vor einem Scherbenhaufen. Schon im letzten Herbst musste man die U16 frühzeitig aus der Meisterschaft zurückziehen. Nicht viel anders erging es mit der U19, schliesslich konnte das letzte Saisonspiel nicht mehr durchgeführt werden. Aufgrund der Verletzungen im Kader der ersten Mannschaft konnte man auf die zweite Mannschaft zurückgreifen und einige Lücken füllen. Auch auf der Quarterback-Position konnten die Luzerner den Ausfall des amerikanischen Imports mehr oder weniger verkraften. Aber das personelle Polster war zu dünn, die Luft schon bald draussen. Schlussendlich standen 0 Siege 10 Niederlagen gegenüber, der Gang in die Relegationsrunde war spätestens nach der Niederlage in Winterthur besiegelt.

Gewinn für die Region Zürich. Aber: Sind 6 Teams in der NLA noch zeitgemäss?

Für die Liga und auch für die Region Zürich ist der Wiederaufstieg der Zurich Renegades ein Gewinn. Die alten Rivalitäten zwischen den Warriors und den Renegades fehlten, ebenso die umkämpften Klassiker der Zürcher gegen Basel und Bern. Der Kanton Zürich wird künftig also wieder mit zwei Mannschaften in der NLA vertreten sein. Diese Region hat sicher genügend Platz für zwei Teams in der obersten Liga. Trotzdem wäre eine NLA-Mannschaft aus der Zentralschweiz für die Weiterentwicklung der Sportart wichtig. Ebenso vielleicht ein zweites A-Team aus dem Welschland und auch die Region Bern verfügt ebenfalls über weiteres Potenzial. Dies würde jedoch bedeuten, dass eine Aufstockung der obersten Liga ins Auge gefasst werden müsste.

Was denkst du? Wieviele Teams sollten in der NLA spielen?