SAFV-Präsident Spescha: Internationale Franchise-Projekte gefährden Schweizer Football
SAFV-Präsident Claudio Spescha lässt erkennen, dass er die aktuellen Entwicklungen im europäischen Football mit wachsender Sorge verfolgt. Bereits bei der Ankündigung der Helvetic Guards im Sommer 2022 sei der Verband ohne Vorwarnung mit der neuen Franchise konfrontiert worden. Obwohl der Start damals holprig war, habe der SAFV niemandem Steine in den Weg gelegt: Weder Coaches noch Spieler seien daran gehindert worden, in die ELF zu wechseln. Heute zeige sich jedoch, dass zahlreiche Schweizer Leistungsträger wieder zu ihren Stammvereinen zurückgekehrt seien und das internationale Franchise-Abenteuer für viele abgeschlossen wirke.
Neue Franchise-Projekte ohne Dialog
In den vergangenen Monaten seien laut Spescha immer mehr Franchise-Ideen und neue Ligen aufgetaucht, ohne dass zuvor das Gespräch mit dem Verband gesucht wurde. Für den SAFV sei dieses Vorgehen «stossend» und nicht akzeptabel. Organisationen, die eigenmächtig Strukturen schaffen oder Spieler abwerben, würden damit die nationalen Interessen, die Nachwuchsarbeit und die gewachsenen Strukturen des Schweizer Footballs ernsthaft gefährden.
Die Schweizer Spitze ist nicht beliebig breit
Nach Gesprächen mit Teams der Nationalliga A und B habe sich eine klare sportliche Einschätzung ergeben: Pro NLA-Team könne man höchstens zwei bis drei Leistungsträger an internationale Franchises abgeben, ohne die Liga substanziell zu schwächen. Hochgerechnet entspreche das rund 20 Athletinnen und Athleten schweizweit. Alles darüber hinaus schade der nationalen Meisterschaft und der Entwicklung der Vereine.
Aufruf zu Sorgfalt und Seriosität
Der SAFV empfehle allen Schweizer Spielerinnen, Spielern und Vereinen, Angebote internationaler Ligen sehr genau zu prüfen. Vor einer Entscheidung solle unbedingt der Austausch mit dem eigenen Verein und dem SAFV gesucht werden, um Seriosität, Verantwortung und Auswirkungen korrekt einschätzen zu können.
Spescha betont, dass der Verband die über Jahrzehnte aufgebauten Strukturen schützen müsse. Der SAFV sei offen für die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Akteuren – jedoch nur bei transparenter Kommunikation und klarer Verantwortungsübernahme gegenüber der Schweizer Football-Community.
Quelle: Statement des SAFV



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