Die Ausgangslage war von vornherein klar. Die Schweizer Nationalmannschaft sollte auf eine der besten Nationalmannschaften Europas treffen. Dass das Schlussresultat dann aber trotzdem so hoch ausfallen sollte, konnte oder wollte man sich kaum vorstellen. Entsprechend gross war die Enttäuschung.

Das Schweizer Team hatte von Beginn an keine Chance. Gleich zum Kickoff kassierte man einen sehenswerten Return Touchdown. Danach spulten die Österreicher ein bemerkenswertes Programm ab. Drive um Drive punkteten sie. Bereits nach dem ersten Viertel lagen sie mit 21:0 Punkten im Vorsprung. Die Offense der Schweizer, angeführt von Warriors-Quarterback Richard Wartmann und koordiniert von Bern Cheftrainer Darius Willis, brachte kaum Yards zustande. Quarterback Wartmann hatte zwar fast die komplette Broncos Offensive Line vor sich, aber die Abstimmung mit seinen Receivern war nicht gut. Zur Pause stand es bereits 0:49 aus Sicht des Schweizer Teams. 

Head Coach Chris Winter blieb jedoch zuversichtlich und äusserte sich nach dem Spiel positiv. Trotzdem muss ihm klar sein, dass noch viel Arbeit vor ihm und der Mannschaft liegt. 

Ab der Pause wechselte Austria Coach Shuan Fatah seinen Ersatzquarterback ein und rotierte auch weiter durchs Kader. Aber auch die Backups zeigten ein besseres Spiel als die Schweizer Mannschaft. So hiess es nach drei Vierteln 0:56 und zum Schluss 0:66. Ein grausames aber gerechtes Resultat. Grausam, weil sich die Schweizer Crew viel mehr von diesem Spiel erhofft hat, weil man sich vorgestellt hat, dass man zumindest in Teilen des Spiels mithalten kann. Und gerecht, weil Österreich einfach um Klassen besser war.

Es ist nicht so, dass die Schweizer Mannschaft nicht vorbereitet gewesen wäre. In mehreren ein- und mehrtägigen Camps wurden die besten Spieler des Landes zusammen gezogen um die Auswahl des 45er-Kaders zu treffen. Auch im Trainerstab waren mehrere Head Coaches von Vereinen vertreten. Und das Equipment wurde mit Hilfe des grosszügigen Sponsors Snap-Shop auf Vordermann gebracht. Zum ersten Mal trat die Nationalmannschaft mit einheitlichen Helmen auf. Etwas, das sich schon lange „gehört hätte“ aber offensichtlich immer an den fehlenden finanziellen Mitteln scheiterte. Aber all dies reicht nicht, wenn der Gegner sich offensichtlich aus einem viel grösseren Talentpool mit deutlich überlegenen Spielern bedienen kann.

Als nächstes werden die Schweizer Nationalspieler in Mailand auf das italienische Team treffen. Italien konnte man bereits einmal besiegen. Diese Partie findet im Oktober statt. Weitere Details und einen Link auf einen allfälligen Livestream werden wir posten.

Schweiz vs Österreich 0:66
Chur, Stadion Ringstrasse, 600 Zuschauer