Nun trifft es auch die Cheerleader Meisterschaft

2020 hätte die Schweizer Meisterschaft im Cheerleading in der Axa Arena in Winterthur stattfinden sollen. Die Vorbereitungen für den grossen Event der Cheerleader in der Schweiz liefen auch Hochtouren – das Coronavirus oder COVID-19 führt nun aber zu einem abrupten Notstopp.

Ohne Training kein Cheerleading

Zwar dauert es bis zum 6. Juni noch einige Zeit, aber das momentan geltende Trainingsverbot hinterlässt im Cheerleading-Sport tiefe Spuren. Cheerleading hat sich längst zum Hochleistungssport entwickelt, in welcher Koordination und perfekt eingeübte Routinen Pflicht sind (siehe dazu auch unseren früheren Beitrag). Diese Routinen lassen sich nicht alleine trainieren. Dazu müssen die Athletinnen und Athleten immer zusammen arbeiten. Durch die Schliessung der Trainingsanlagen und das strikte Beachten der Verbote und Gebote der Gesundheitsverantwortlichen, fehlen den Teams aber nun die Gelegenheiten, an genau dieser Präzision zu arbeiten. Deshalb orientierte die Schweizerische Cheerleading Association gestern, dass die Schweizer Meisterschaften 2020 nicht stattfinden können.

Cristina Hengartner, Präsidentin der Schweizerischen Cheerleading Association SCA, verdeutlicht:

Going full-out choreography after such a long break increases the risk of injury, which we want to prevent.

Verschiebung in den Herbst kaum möglich

Man hat sich auch über eine Verschiebung in den Herbst Gedanken gemacht, was wiederum neue Herausforderungen mit sich gebracht hätte. Deshalb wurde diese Option schlussendlich verworfen. Stefan Sägesser, Präsident der Winterthur Warriors Cheerleader und damit Organisator der Schweizer Cheerleading Meisterschaft in Winterthur, ist direkt von diesem Entscheid betroffen und ist entsprechend enttäuscht.

Es wurde schon viel Zeit und Arbeit in die Meisterschaftsorganisation gesteckt. Aber noch mehr schmerzt mich die Tatsache, dass unsere über 100 Athletinnen und deren Coaches seit letzten Sommer so viel Zeit, Schweiss und Arbeit in die neuen Routines gesteckt haben und diese nun an keiner Meisterschaft präsentieren dürfen. Die Entscheidung des Verbandes ist in der momentanen Situation absolut richtig und verständlich, aber weh tut es trotzdem. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen für ihre Arbeit herzlich bedanken. Bei den Coaches, den Athletinnen und dem Meisterschafts-OK. Was diese Saison geleistet wurde ist beispielhaft. Ich bin sehr stolz auf unseren Verein und all ihre Mitglieder.

 

Enttäuschte Cheerleader

Annika Heiniger, die Cheftrainerin der Warriors Cheerleader, hat ihre Teams bereits informiert. Die Sportlerinnen und Sportler sind natürlich traurig ob der Situation – aber auch sie zeigen grosses Verständnis für die Situation sind sie doch alle auch im „normalen“ Leben direkt von den einschneidenden Massnahmen betroffen. Aber ein Motto der Cheerleader ist:

Natürlich ist es immer cool, wenn wir zeigen können, was wir erarbeitet haben. Aber wir trainieren nicht für Pokale. Wir trainieren miteinander, um als Athletinnen und als Team zu wachsen, neues zu lernen und stärker zu werden. Wir überwinden Hindernisse zusammen, sei es eine neue Pyramide oder ein Virus. All unsere harte Arbeit ist nicht weg, nur weil eine Meisterschaft ausfällt. Jetzt richten wir den Blick nach vorne und starten besser vorbereitet in die nächste Saison als je zuvor.

Das heute auf dem Warriors Cheerleader Instagram-Account gepostete Video bestätigt denn auch die Aussage von Heiniger.

 

 

Kommt Winterthur im 2021 zum Zug?

Zurzeit ist noch unklar ob die Schweizer Meisterschaft 2021 in Winterthur stattfinden wird. Die Zeichen dafür stehen aber gut, mit der Axa Arena hat man die perfekte Infrastruktur für einen Event dieser Grössenordnung gefunden. Die Vorleistungen seitens OK wie auch des Infrastruktur-Anbieters wären dann nicht verloren – sondern einfach vertagt.