Und täglich grüsst das Murmeltier…

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Zum x-ten Mal in Folge werden die Winterthur Warriors am kommenden Samstag nach Chur zum Halbfinale gegen die Calanda Broncos anreisen. Wenn man der American Football Community Switzerland Glauben schenken will, wird es das letzte Mal sein, dass die Warriors an der Ringstrasse auf die Calanda Broncos treffen. Überhaupt soll dieses Spiel das letzte Spiel der Broncos in diesem Stadion sein. Schon bald soll das neue Projekt mit einem kombinierten Football- und Fussballstadion in Chur realisiert sein. Bis dahin dürfte die Ringstrasse dem Erdboden gleich gemacht worden sein.

Stadion mit einer bewegten Geschichte

Die Broncos haben in diesem Stadion einige sehr grosse Spiele, Siege aber auch dramatische Niederlagen erlebt. Unvergessen der Krimi im CEFL-Finale gegen die Swarco Raiders. Dank dem Stadion konnten die Broncos sicherlich auch die Club-Kassen immer wieder gut füllen. Ein erheblicher Vorteil im Vergleich zu den Geneva Seahawks, welche zwar über einen Kunstrasen verfügen aber vom Erbauer vergessen wurde, dass normalerweise auch einige Zuschauer das Spiel verfolgen wollen. Ein vergleichbares Stadion haben eigentlich nur die Basel Gladiators, welche jedoch selten viele Fans an die Spiele locken konnten. In Bern fehlt ein wenig die Atmosphäre obwohl die Sitzplätze eigentlich gut liegen würden. In Winterthur verfügt man mit dem Deutweg auch über eine gute Infrastruktur, jedoch ist das Fanerlebnis in Chur mit der steileren Tribüne sicherlich besser – und das wirkt sich auf die Zuschauerzahlen aus. Vorteil Calanda. Das neue Stadion sei sehr modern und gemäss Aussagen von Kennern auf Football ausgerichtet – der Fussballclub soll Gastrecht geniessen, in erster Linie aber soll Football gespielt werden. Ob die Stimmung von der Ringstrasse in die neue Anlage überschwappt, hängt von den Calanda-Fans ab. Fans, welche in diesem zweiten Corona-Jahr scheinbar auch nicht mehr so zahlreich ins Stadion strömen. Manche vermuten als Grund die Massnahmen gegen die Pandemie, andere die gut produzierten Livestreams – es könnte aber auch schlicht und einfach die fehlende Spannung sein und dem immer gleichen Ausgang. Eben, täglich grüsst das Murmeltier.

Calanda mit ausgeglichenem Kader

Zurück zum Spiel: Das Bündner Team ist so ausgeglichen wie wahrscheinlich selten zuvor. Viele einheimische Talente, einige Routiniers aus der Gegend und natürlich die bekannten Stars aus dem nahen und fernen Ausland. Aber: Kaum ein Vergleich mit früher. Calanda ist nicht mehr die reine „Söldnertruppe“ wie vor ein paar Jahren. Man hat einiges an eigenem Talent aufgebaut und mit den Verstärkungen wie Manning, Haenelt, Grey, Mathes oder auch Pereira einige Imports im Kader die den Unterschied machen können oder müssen. Natürlich werden ihnen einige verletzte Spieler auch fehlen – das dürfte Coach Buffum aber kaum Kopfzerbrechen bereiten, schliesslich hat er auf jeder Position genügend Ersatz. Über 50 Spieler wurden in dieser Saison bereits eingesetzt, gerade die Stars haben mehrheitlich alle Spiele absolviert. Einige Calanda-Spieler aber haben lediglich 4 – 5 Einsätze gehabt, gut möglich, dass diese nun für die letzten Runden aktiviert werden.

Die Warriors und das Trauma „Ringstrasse“

Man weiss, dass die Warriors diese Konstellation um jeden Preis vermeiden wollten. Das Ringstrasse-Trauma sitzt tief. Mangels verfügbarer Statistiken lässt es sich nur vermuten: Die Warriors konnten noch nie an der Ringstrasse gewinnen. Zumindest nicht das First Team. Und auch in diesem Jahr dürfte es für die Zürcher sehr schwer werden. Wer die Winterthur Warriors verfolgt, erkennt jedoch eine erfreuliche und mutige Entwicklung. Vorausgesetzt man hat die Spiele in diesem Jahr gesehen und versucht nicht ausschliesslich vom Hörensagen her zu interpretieren… Die Warriors spielten ohne amerikanischen Quarterback mit den Geneva Seahawks auf Augenhöhe mit. Mit etwas Glück hätten beide Spiele durchaus kippen können. Gegen die Grizzlies blieben die Warriors im Rückspiel hinter den Erwartungen zurück. Im Hinspiel profitierte die Berner Mannschaft vom Starkregen und verfügte dank ihrem laufstarken Quarterback über die besseren Waffen als die Warriors. Da hätte mehr drinliegen müssen. Frei nach Esume: Hätte hätte Fahrradkette… so ist es nicht gekommen und das Trauma Ringstrasse kehrt auch 2021 zurück. Erfreulich für die Winterthurer: Gegen das Tabellenende distanzieren die Warriors die Traditionsteams Gladiators und Renegades klar. Weder Basel noch Zürich konnte Winterthur wirklich gefährlich werden. Zurecht belegen die Warriors Platz 4 und gehören damit weiter zum Top-Quartett des Landes.

Wer das historische Endspiel in Chur nicht verpassen will: Tickets soll es noch geben. Ansonsten wäre der Livestream eine valable Alternative.

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