Playoffs, Baby!

Das letzte Spielwochenende der regulären Meisterschaft ist durch. Für einige Mannschaften bedeutete diese Runde zugleich auch die letzte Runde für dieses Jahr. Die anderen Teams kommen nun in die wirklich heisse Phase der Saison. Playoffs oder Relegation. Fehler und verlieren verboten. Ein Blick auf die Situation in der NLA.

Zuerst die Verlierer der Saison 2019

Luzern Lions

In der Nationalliga A zeichnete sich früh ab, wer kaum eine Chance auf das Playoffrennen haben dürfte: Die Luzern Lions waren von Beginn an chancenlos. Die „offene Brief-Aktion“ in Bezug auf ihre Juniorenmannschaft wenige Tage vor dem Start in die Saison hatte für erste Diskussionen in der Liga gesorgt. Die Luzerner kassierten dann wie im Vorjahr 10 Niederlagen in Folge. Dabei verletzte sich auch der Quarterback und die Lions müssen wie 2018 gegen die Zurich Renegades zum Nachsitzen in die Relegationsrunde.

Winterthur Warriors

Bereits verabschiedet haben sich die Warriors. Eine 3:7 Bilanz ist schlechter als im Vorjahr. Angesichts der Umstände mit neuem Coach, stark verändertem Kader und mehrheitlich ohne US-Imports haben die Warriors aber die Minimalziele der Organisation erfüllen können. Zwei Siege gegen die Lions und ein Sieg gegen die Gladiators stehen in der Bilanz. Die knappen Niederlagen gegen Bern und Calanda sind schon wieder vergessen. Trotzdem ist man in Winterthur über das frühe Saisonende überhaupt nicht erfreut. Wer die Warriors kennt, weiss, dass die Vorbereitung für 2020 bereits angelaufen ist.

Die Gewinner: Die vier Playoff-Teams

Calanda Broncos

Schon fast auf Platz 1 gesetzt waren die Calanda Broncos. Gestartet sind sie standesgemäss mit einem Sieg gegen die Warriors. Ende März aber der erste Dämpfer: Niederlage gegen die Geneva Seahawks. Auch wenn es die einzige Niederlage der Bündner bleiben würde: Die Broncos nur 1:1 nach zwei Runden? Die Bündner kamen weiter unter Druck. Die Gladiators konnten erst in der Overtime besiegt werden. Danach stolperten die Churer fast über die Warriors, zogen sie doch den Kopf erst spät aus der Schlinge. Den Schluss der Saison spulten die Broncos dann aber wie üblich ab, die letzten beiden Wochen noch zweimal gegen die Grizzlies, einmal siegte man klar, einmal liess man die Backups auflaufen, holte die Punkte aber trotzdem nach Hause. Man soll nicht vergessen: Die Broncos haben auch noch europäisch gespielt und dort fast alles gewonnen – erst den CEFL-Pokal mussten sie den Gästen aus Innsbruck mitgeben. 

Basel Gladiators

Die Gegner der Broncos werden die Basel Gladiators sein. Die Nordschweizer haben eine durchzogene Saison hinter sich. Ende März konnten sie mit einem 34:7 ein klares Statement gegen die Warriors abgeben. Aber sie verloren eine Woche später knapp in Genf, besiegten dafür die Grizzlies im dritten Spiel. Das oben erwähnte Overtime-Match gegen Chur folgte im vierten Spiel und in der fünften Runde holte man die zweite Niederlage gegen die Seahawks. Damals waren die Chancen für ein Heimrecht in den Playoffs bereits gesunken. Mitte Mai konnte man dann gegen die Luzern Lions die zwei obligaten Siege einfahren. Weil das Team dann aber gegen die Grizzlies mit 7:24 und gegen die Broncos mit 14:43 verlor, rückte auch Platz 3 in weite Ferne. Auch die Basler hatten den zwischenzeitlichen Ausfall ihres Spielmachers zu beklagen. Den Abschluss machten die Gladiators in Winterthur – 20:23 Niederlage. Die Gladiators haben eine 4:6 Bilanz, zwei Siege davon gegen Luzern, je ein Erfolg gegen Bern und Winterthur. Für die Playoffs hat es trotzdem gereicht.

Prognose:

Die Gladiators haben seit dem 14. April keinen Sieg mehr gegen einen auf Augenhöhe spielenden Gegner verbuchen können. Die letzten drei Spiele gingen alle verloren. Umgekehrt reiten die Broncos auf einer Erfolgswelle. Wenn man vom Ausrutscher in Genf und der Niederlage gegen die Swarco Raiders absieht, haben die Bündner auch dieses Jahr alles gewonnen, was man gewinnen kann. Und: Die Broncos spielen zuhause in ihrer Festung Ringstrasse und wollen auch selber im Endspiel im eigenen Stadion stehen.

Wir tippen auf einen klaren Sieg der Broncos.

Geneva Seahawks

Im zweiten Spiel stehen sich die Geneva Seahawks und die Bern Grizzlies gegenüber. Die Seahawks haben nur zwei Spiele verloren. Eines davon gegen die Broncos, das andere gegen die Playoff-Gegner Grizzlies. Die Westschweizer spielten zwar stark und verfügen über einen der besten Quarterbacks der Liga, sie spielten aber nicht immer konstant. Einige Spiele gingen mehr oder weniger knapp für die Genfer aus, gerade auch die beiden Spiele gegen Winterthur hätten durchaus kippen können. Aber sie spielen auf ihrem eigenen Platz, dem Kunstrasen in Genf. Bei der momentanen Hitze wird dieser Untergrund für beide Teams zur Hölle.

Bern Grizzlies

Die Stadtberner haben sich eher still, leise und unaufgeregt durch diese Saison geschlichen. Die einzige Aufregung gab es, als ein Heimspiel gegen die Broncos nicht auf dem Nebenplatz durchgeführt wurde, sondern, völlig verständlich, verschoben wurde. Aber sonst schafften es die Grizzies seriös ihr Programm durchzuziehen. Nach zwei Siegen gegen die Lions und Warriors folgte zwar eine Niederlage gegen Basel, aber weil die Berner danach wieder gegen Winterthur und Luzern siegen konnten, blieben sie in der Tabelle immer weit vorne. Viele sind aufgrund der eher schwachen Vorführung in Winterthur und dem glücklichen Overtime-Sieg in Luzern davon ausgegangen, dass die Berner gegen stärkere Mannschaften Schwächen zeigen würden. Aber es kam anders. Das schwere Restprogramm entpuppte sich für die Grizzlies als problemlos machbar, sie gewannen gegen Basel und gegen die Seahawks und kommen so auf ein 6:4 Verhältnis. Damit umgehen sie die Top-Favoriten Broncos und „dürfen“ nach Genf ins Halbfinale. 

Prognose: 

Es dürfte ein etwas knapperes Spiel geben als im Mai, als die Seahawks mit 34:10 gewinnen konnten. Die Grizzlies haben schon mehrfach bewiesen, dass sie für Überraschungen gut sind und in den entscheidenden Spielen die Gegner schocken können. Trotzdem gehen wir von einem Sieg der Genfer aus.


#trueblue, ja, wer nun?

Im Relegationsspiel zwischen dem Tabellenletzten der NLA und dem NLB-Meister kommt es zum bekannten Duell zwischen den beiden Mannschaften, welche zwischendurch auch mal den gleichen Hasthtag #trueblue für sich beanspruchen. Die Lions müssen am Samstag in Zürich Utogrund gegen die Renegades antreten. Im Rematch des letztjährigen Auf-/Abstiegsspiels liegen die Vorteile dieses Jahr klarer auf Seiten der Renegades. Die Zürcher, mit ihrer makellosen Bilanz, dürften das Momentum auf ihrer Seite haben. Ausserdem verfügen sie über das grössere Kader und über einen der besten Runningbacks der Schweiz, der in diesem Jahr 21 Touchdowns erzielt hat, das sind fast gleich viele Punkte wie Luzern auf dem Zähler hat. Die Zürcher wollen in die NLA und haben dies auch schon mehrfach ausgedrückt. Nun müssen sie beweisen, dass sie wieder in die oberste Liga gehören. 

Prognose:

Es wird ein Kampf ums Überleben. Vor einem Jahr hatten die Lions klar gemacht, dass sie unbedingt „oben“ bleiben wollten. In 10 Spielen mussten sie sich gegen NLA-Teams wehren und sind sich gewohnt, mit dem hohen Druck umzugehen. Stellt sich die Frage, ob noch genügend Kraft vorhanden ist, um den Abstieg zu verhindern. Daher fällt unser Tipp auf die Zurich Renegades. 

Die Meinung von Coach Haas findest du hier.